Vor dem Hintergrund eines massiven Veränderungsdrucks rund um das Thema Mobilität und Herausforderungen bei Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz hat unser Industry-Team unter der Leitung von Stefan André Raschke, Director Automotive, Microsoft Deutschland GmbH, im Dezember zu einem virtuellen Roundtable eingeladen.

Ein Ingenieur arbeitet an seinem Schreibtisch im Büro der Rennwagenfabrik.

Gemeinsam mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten und teilnehmenden Führungskräften aus der deutschen Automobilindustrie ist uns ein fruchtbarer interdisziplinärer Austausch rund um aktuelle Trends und Entwicklungen gelungen. Wer nicht dabei sein konnte, findet in diesem Artikel eine kurze Zusammenfassung der diskutierten Inhalte:

Nicht nur der Wandel in der gesamten Industrie ist drastisch, auch der VDA als Branchenverband der Automobilindustrie durchläuft eine der größten Transformationen seines Bestehens. Hildegard Müller, Präsidentin des VDA, hat sich intensiv mit der besonderen ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette in der Automotive-Branche auseinandergesetzt – und für eine noch stärkere Interaktion und den Dialog sowohl zwischen Organisationen als auch mit Politik und Gesellschaft plädiert. Globale Lieferketten sind Teil unserer aktuellen Gesellschaft und der gesamtheitlichen Balance der Kräfte, und der Nachholbedarf hinsichtlich tragfähiger Handelsabkommen und einer engagierten Rohstoff-Außenpolitik müsse in Deutschland und der gesamten EU dringend angegangen werden. Dies zeige sich gerade anhand der aktuellen Rohstoff- und Halbleiterproblematik; und Protektionismusbestrebungen seien angesichts einer globalen Wertschöpfungskette nicht zielführend. Beim Thema Nachhaltigkeit machte Hildegard Müller deutlich, dieses nicht nur als Aufgabe des Klimaschutzes zu begreifen, sondern auch soziale Nachhaltigkeit von Grund auf in den Brancheninitiativen (Stichwort Lieferkettengesetz) zu verankern und die Endverbraucher*innen mitzunehmen. Bei all dem sei zugleich die Politik gefragt, denn es brauche entsprechende Strukturen wie eine Digitalisierung der Verwaltung, um die nötige datenbasierte Transparenz zu erhalten, den Breitbandausbau, um das Connected Car wirklich auf die Straße zu bringen, sowie eine zeitnahe Erweiterung des Ladestationnetzes, um die E-Mobilität zu beflügeln.

In der vertiefenden Diskussion wurde zudem deutlich, dass in der Branche auch bei der Entwicklung von Software und Connectivity noch weitere Hausaufgaben zu machen sind und engere Kooperationen zwischen Politik, Energieversorgern und Herstellern erforderlich sein werden. Letztlich gehe es darum, die Ausbaufähigkeit des Ladenetzes gemeinschaftlich erheblich zu steigern, um Verbraucher*innen die gewünschte komfortable Erfahrung zu bieten und den Umstieg auf E-Mobilität zu realisieren.

Im Vortrag von Marco Philippi, Leiter Beschaffungsstrategie bei der Audi AG, wurde ebenfalls deutlich, wie sehr die Lieferkette als Hebel für Themen wie Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Menschenrechte fungiert. Anhand von spannenden Praxiseinblicken wurde erläutert, wie man bei Audi mit dieser Verantwortung umgeht, wie gemeinsam mit Zulieferern an deren Weiterentwicklung gemäß eines Code of Conduct gearbeitet wird und wie man die nötige Transparenz entlang der Wertschöpfungskette mithilfe von Technologie und künstlicher Intelligenz generiert.

Habib Modabber, Director Business Development, Bosch Building Technologies, beleuchtete in seinem Praxisvortrag die Rolle von Smart Buildings, künstlicher Intelligenz und Gebäude-Automatisierung durch Technologie, die zum Rückgrat bzw. zur DNA eines Gebäudes wird und damit die ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele unterstützen kann. Für die Teilnehmenden wurde rasch das immense Potenzial, insbesondere auch auf Smart Factorys, klar, und es herrschte Einigkeit darüber, dass „smart“ hier kein Selbstzweck sein darf, sondern durch klare Schutzstrategien sowie zusätzliche Sicherheitslayer und Gateways unterstützt werden sollte.

Eine interessante Diskussion entspann sich anhand der von Dr. Irene Feige, Head Circular Economy and Product Sustainability, Head Institute for Mobility Research, BMW Group Corporate Strategy, aufgezeigten Strategien für das Lebenszyklus-Management von Produkten in der Automobilindustrie: Es gehe darum, die Primärmaterialien und Rohstoffe immer weiter zu reduzieren und dies als Stellschraube für die Verringerung von CO2-Emissionen einzusetzen. Mit einem ganzheitlichen Blick auf Herkunft, Abbau, Transport, Nutzung und Recycling der eingesetzten Materialien seien hier Optimierungspotenziale, Kostenvorteile und im Sinne der Kreislaufwirtschaft effektive Sekundärnutzungen zu erzielen. Das Credo von Irene Feige: Der Ressourcenverbrauch müsse vom eigenen Wachstum entkoppelt werden – und dafür gelte es, Prozesse im Unternehmen umzustellen sowie entsprechende Kapazitäten und Kompetenzen aufzubauen.

Mit den Schlussimpulsen von Alexander Britz, Head of Digital Business Transformation bei Microsoft Deutschland, wurde deutlich, dass für Automobilentwicklung und Software Engineering ähnliche Mechanismen zum Tragen kommen, um die Möglichkeiten der Digitalisierung für ein Mehr an Vernetzung zwischen den Akteuren zu nutzen – um Daten zu teilen, Prozesse gemeinsam zu optimieren und letztlich die Entwicklung zu nachhaltigen und umweltfreundlicheren Organisationen zu fördern.

Abschließend lässt sich festhalten, dass bei den Führungskräften in der Branche – trotz der sicherlich komplexen Anforderungen der kommenden Monate und Jahre – eine positive Grundstimmung herrscht, wie sich Digitalisierung und Nachhaltigkeit für eine zukunftsweisende Unternehmensstrategie vereinen lassen und wie zugleich weltweit erfolgreiche Mobilitätslösungen auch weiterhin „Made in Germany“ sein können.

Wir danken allen beteiligten Referentinnen und Referenten und unseren Teilnehmenden für das große Interesse und die zahlreichen Diskussionsbeiträge!

 

Weitere Informationen zum Microsoft Virtual Automotive Roundtable lesen Sie im Microsoft News Center im Artikel Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie: Impulse für eine zukunftsfähige Branche.

 

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