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New Learning: 5 Ideen für den Unterricht

 

In den letzten anderthalb Jahren ist die Digitalisierung in den deutschen Schulen mit viel Elan und Kreativität vorangetrieben worden. Zahlreiche Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler machten aus der Not eine Tugend und erprobten gemeinsam, wie digitaler Unterricht sinnvoll gestaltet werden kann. Mit der Rückkehr zum Präsenzunterricht stellt sich nun einmal mehr die Frage, welche Rolle innovative pädagogische Konzepte und technologische Lösungen im zukünftigen Schulalltag spielen werden. Vor diesem Hintergrund hat ein neuer Begriff Einzug in die Debatte gehalten: New Learning. Was hat es damit auf sich und wie lassen sich neue Lernmethoden einfach in den Unterricht integrieren?

 

New Learning verbindet digitale und analoge Lernprozesse.

New Learning legt den Fokus auf die Lernenden.

 

New Learning und das „Hagener Manifest“

Der Begriff „New Learning“ rangierte eine Zeit lang neben anderen Begriffen, die zukunftsfähige Lernkonzepte bezeichnen: agiles Lernen, Lernen 4.0 oder zeitgemäßes Lernen. Im Herbst 2020 erhielt er dann durch die Veröffentlichung des „Hagener Manifests“ Aufwind. Zu den Erstunterzeichnenden gehören 40 Bildungsexpertinnen und -experten sowie progressiv denkende Lehrkräfte, unter anderem das Rektorat der Fernuniversität Hagen, Josef Schrader, der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, und Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft.

 

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Die Kernpunkte des „Hagener Manifests“

Worum geht es den Unterzeichnerinnen und -zeichnern der zwölf Thesen des Manifests? Die Erfahrungen aus der Corona-Krise sollten zum Anlass genommen werden, das Bildungssystem zu modernisieren: weg vom althergebrachten Frontalunterricht mit seinen eindimensionalen Lehrmethoden hin zu einem zukunftsorientierten, selbstbestimmten und individuellen Lernen, welches den bestmöglichen Nutzen aus der Digitalität zieht – eben ein New Learning. Der Ansatz rückt die Lernenden und ihre jeweiligen Kompetenzen in den Mittelpunkt. Lehrende treten nicht als „Lehr-Meister“ auf, sondern sind vielmehr „Lern-Begleiter“ auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Wissenserwerb, idealerweise in adaptiven Umgebungen, die sich den Kenntnissen und Fähigkeiten der Lernenden anpassen.

Entscheidend ist die kreative Verbindung von Präsenzunterricht mit digitalen Formaten. Denn um in einer sich immer rascher transformierenden Welt souverän mit neuen Medien und Diskursen umzugehen, braucht es geistige Agilität und die Fähigkeit, lebenslang zu lernen – sowohl aufseiten der Lernenden wie auch der Lehrenden selbst. Eine zeitgemäße, der Lebensrealität entsprechende Ausstattung und berufsbegleitende Weiterbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sind die Grundvoraussetzungen dafür.

 

Wie ist New Learning in den Unterricht zu integrieren?

Dass tiefgreifende bildungspolitische Veränderungen Zeit brauchen, ist den Bildungsexpertinnen und -experten natürlich bewusst. Während die Initiatorinnen und Initiatoren des Hagener Manifests die Debatte über die Anforderungen an die Bildung im 21. Jahrhundert vorantreiben, stellt sich für viele Lehrpersonen die Frage, wie sie moderne Lernszenarien schnell und konkret im Unterricht gestalten können. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den New-Learning-Gedanken sinnstiftend, kreativ und motivierend umzusetzen. Hier kommen fünf Ideen für moderne, schülerzentrierte Lerneinheiten:

 

1. Design Thinking: Innovative Lösungsstrategien umsetzen

Die Methode unterstützt die Lernenden dabei, selbst Problemlösungen zu finden und komplexe Aufgaben systematisch zu lösen. Die Arbeit in Kleingruppen von zwei bis drei Schülerinnen und Schülern stärkt die Kollaborationsfähigkeit und Empathie. Der Design-Thinking-Prozess setzt sich aus mehreren Phasen zusammen, in welchen die Lernenden selbstständig vorgehen. Dazu gehören die Problemanalyse, das Ideensammeln, die Ideenselektion, die Prototypenentwicklung und die zielgerichtete Prüfung gefundener Lösungen.

Design Thinking ist prädestiniert für die Einbettung in digitale Umgebungen. So lassen sich etwa mit Microsoft Whiteboard in Online-Kollaborationen erste Ideen und Entwürfe sammeln. Und mit Microsoft OneNote sind die Ideen, Pläne und Arbeitsschritte immer perfekt für alle Teilnehmenden organisiert.

 

2. BarCamp: Auf Augenhöhe diskutieren

BarCamps werden auch als „Unkonferenz“ bezeichnet, weil sie das typischerweise hierarchische, durchstrukturierte Muster von Konferenzen konterkarieren. Man könnte sie auch als „Unfrontalunterricht“ ansehen: Bei diesem Diskussionsformat sind alle Teilnehmenden gleichberechtigt und entwickeln Inhalte und Abläufe gemeinsam. So entstehen freie Diskussionen, individuelle Themenerarbeitungen und eigene Zielsetzungen, beispielsweise für das Lernpensum, für Lernstoff-Wiederholungen oder Schulprojekte. Das fördert die Selbstwirksamkeitserfahrung, stärkt die Kollaborationsfähigkeit und lehrt einen wertschätzenden Umgang mit verschiedenen Persönlichkeiten und Meinungen.

BarCamps lassen sich sowohl vor Ort als auch in Hybrid-Konstellationen sowie in Online-Umgebungen veranstalten – beispielsweise mit Microsoft Teams und dessen Funktionen für Besprechungen, Breakout-Rooms und Zusammenarbeit.

 

3. Lernpfade: Das Lernen individueller gestalten

Die auch als Learning Journeys bezeichneten Lernpfade sind strukturierte, aufeinander abgestimmte Arbeitsaufträge mit jeweiligen Etappen- und Gesamtzielen. Diese stark individualisierbaren Einheiten oder auch Pfade durchlaufen Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich und im eigenen Tempo. Sie können zu allen nur denkbaren Themenfeldern erstellt werden. So erhalten Lernende etwa bei Verständnisproblemen zusätzliche Nachhilfe oder veranschaulichende Informationen zu einem Thema.

Lehrpersonen profitieren vor allem in sehr heterogenen Klassen von den individuell anpassbaren Lernpfaden, die sowohl im Präsenz- wie auch im Online-Unterricht zum Einsatz kommen können. Doch auch die Lehrenden selbst erhalten beispielsweise im Microsoft Education Center (MEC) oder mit Microsoft Learn die Möglichkeit, sich in digitalen Lernpfaden weiterzubilden und das erworbene Wissen direkt im Unterricht anzuwenden.

 

4. Gamification: Spielerisch zum Lernen motivieren

Spielerische Elemente in den Unterricht einzubringen, ist keine neue Idee. Doch im Zuge der Digitalisierung eröffnen sich mittlerweile fast unbegrenzte Möglichkeiten – insbesondere dank kreativer Computer-Games. Ein spielerisch unterstützter Wissenserwerb trägt stark zur Motivation bei, weil direktes Feedback auf Aktionen rasche Erfolge vermittelt, weniger Hemmungen vor Fehlern bestehen und abstrakte Problemstellungen ebenso anschaulich wie interaktiv erfahrbar werden.

Die Möglichkeiten reichen von einfachen Fortschrittsbalken für Aufgaben über gewitzte Quiz, wie sie in Microsoft Forms gestaltbar sind, bis hin zu unendlichen Spielwelten wie Minecraft: Education Edition, in denen die Schülerinnen und Schüler sogar das Programmieren lernen können. Es gibt kaum ein Schulfach oder Forschungsfeld, das sich nicht durch Gamification in eine spielerische Entdeckungsreise verwandeln ließe.

 

5. Problemorientiertes Lernen: Lernende selbst Lösungen finden lassen

Bei diesem Ansatz gibt nicht etwa eine Lehrkraft einfach ihr Wissen an Lernende weiter. Stattdessen heißt es: „Macht mal. Findet eine Lösung.“ Die Kinder und Jugendlichen dürfen die ihnen gestellten Probleme und Aufgaben selbstständig angehen. Das Ausprobieren von Lösungsansätzen, Austauschen von Informationen und Evaluieren von Resultaten führt zu einem handlungsorientierten, entdeckenden und fächerübergreifenden Lernen. Es schult Kreativität, Zusammenarbeit und geistige Agilität – Kompetenzen, die für den Erfolg in der modernen Arbeitswelt unverzichtbar sind.

Da in diesem Setting Lehrpersonen entweder eher als Tutoren oder gar phasenweise bewusst abwesend sind, eignen sich Plattformen wie Microsoft Teams mit seinen Gruppenräumen und den vielen Kollaborations- und Organisations-Tools optimal für ein digital gestützte problemorientierte Lernansätze.

 

New Learning ist die Zukunft – und die ist bereits da

Die Verfechterinnen und Verfechter des New Learning und die Erstunterzeichnenden des Hagener Manifests möchten vor allem eine Erkenntnis bewusst machen: Analoges und digitales Lernen dürfen nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Wenn Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte fit für die Herausforderungen der Zukunft sein sollen, müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung sinnstiftend in den Unterricht integriert werden.

 

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