Best Practice in Corona-Zeiten: Zwei Jahre später an der Grund- und Realschule Neuffen

Bildungseinrichtungen haben in den vergangenen zwei Jahren Großartiges geleistet, um ihre Schüler*innen trotz immer wiederkehrender Schulschließungen und Quarantäneverordnungen unterrichten zu können. Schulen mussten mit WLAN ausgestattet werden, Lehrer*innen und Schüler*innen benötigten passende Endgeräte, digitale Lernplattformen mussten ausgewählt und eingerichtet werden, Lehrende sowie Lernende im Umgang mit den neuen Tools geschult werden.

Zu Beginn der Pandemie haben wir Vertreter*innen von Schulen und Hochschulen befragt, wie sie den Wechsel zu digitalem Unterricht gemeistert haben. Zwei Jahre später sprechen wir uns wieder und möchten wissen, wie es bei ihnen weitergegangen ist, in welcher Phase der digitalen Transformation sie gerade stecken, welche Meilensteine hinter ihnen liegen und welche Ziele aktuell anstehen.

Klassenzimmer der Grund- und Realschule Neuffen
Copyright: Steffen Schwerdtfeger; Einsatz von Microsoft Surface Pro im Präsenzunterricht

Den Anfang machen die Grund- und Realschule in Neuffen und ihr IT-Berater Steffen Schwerdtfeger, der uns im letzten Gespräch mit den Worten verabschiedete: „Es wäre natürlich die Wunschvorstellung, dass am Ende jeder so ein Tablet besitzt!“ An diesem Traum arbeitet er noch, aber im vergangenen Jahr kamen zu der bestehenden Tablet-Klasse immerhin zwei weitere hinzu. Und auch sonst hat sich einiges geändert.

Endgeräte für alle Lehrer*innen und die Schule

Dank der öffentlichen Gelder vom Land konnte der Bestand an Hardware auf insgesamt über 300 Endgeräte ausgebaut werden, 275 davon sind mit Windows 10 ausgestattet. Durch die finanzielle Unterstützung des Landes Baden-Württemberg erhielten nun alle Lehrer*innen standardisierte Hardware. Auch für Leih-Notebooks hat das Land Gelder zur Verfügung gestellt. So konnten Familien unterstützt werden, die beispielsweise aufgrund mehrerer schulpflichtiger Kinder nicht über ausreichend Geräte zu Hause verfügten – auch wenn der Bedarf noch nicht vollends gedeckt werden konnte.

Digitale Realschule

An der Realschule gibt es nach wie vor klassische Pool-Räume. Neben der bereits bestehenden Tablet-Klasse konnten Ende 2021 zwei weitere Klassen mit Tablets ausgestattet werden. In ihnen wird das Microsoft Surface Pro genutzt – auch im Präsenzunterricht. Die Geräte dürfen mit nach Hause genommen und bis zum Schulabschluss verwendet werden. „Das ist am Ende des Tages das optimale Szenario für alle und so stellen wir uns das auch weiterhin für die Zukunft vor – ob in Präsenz- oder Hybridunterricht oder auch im Falle einer Schulschließung“, so Schwerdtfeger. Mit der gleichen Hardware und dem richtigen Know-how sind die Schüler*innen optimal ausgerüstet für das digitale Lernen. Leider sind die finanziellen Mittel knapp und so wird die Ausstattung aller Schüler*innen noch eine Weile Zukunftsmusik bleiben.

Digitale Grundschule

In den vergangenen Monaten wurde auch die Grundschule komplett digital ausgestattet. Wo es vorher weder flächendeckendes WLAN noch Lehrer-Endgeräte geschweige denn Beamer gab, arbeitet jetzt jede Lehrkraft mit ihrem eigenen schulischen Gerät und die Grundschüler*innen mit Leih-Tablets. Selbst in der Grundschule wurde teilweise Fernunterricht mithilfe von Microsoft Teams durchgeführt. Da das Lernen im Grundschulalter noch spielerischer und bildhafter abläuft, ist das Konzept hier ein anderes als an der Realschule – vieles läuft über Apps und den vermehrten Einsatz von Medien, etwa durch das Zeigen von Präsentationen und Film-Clips. Die Lehrer*innen können ihre Tablets zudem jederzeit als Dokumentenkamera verwenden. „Da haben sich Möglichkeiten aufgetan, die vor der Pandemie keiner kannte“, schwärmt Schwerdtfeger.

Arbeit mit Microsoft 365

„Wir nutzen das komplette Angebot von Microsoft 365“, sagt IT-Berater Steffen Schwerdtfeger. Und so haben alle Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen schulische Accounts mit eigener E-Mail-Adresse. Am Anfang waren viele noch auf Outlook und die klassischen Office-Anwendungen (Word und Co.) beschränkt, inzwischen wird die ganze Bandbreite genutzt. Über OneDrive wird gemeinsam an Dateien gearbeitet und Mitschüler*innen und Lehrer*innen bereitgestellt. Der M365 Account ermöglicht zudem eine zentrale Anmeldung an diversen Diensten. Die Grundfunktionen von Microsoft 365 kennenzulernen, ist Bestandteil des Unterrichts geworden, die neuen 5. Klassen werden standardmäßig in alle Funktionen eingeführt.

Auch die Kommunikation innerhalb der Lehrer*innenschaft findet inzwischen über Microsoft Teams statt, man chattet, macht Ankündigungen und auch Elternabende und Konferenzen werden über Teams organisiert und abgehalten.

„Und ich nutze in meiner Arbeit natürlich das Client-Management, den Microsoft Endpoint Manager, um die vielen Tablets und Windows-Clients zentral zu verwalten, Konfigurationen und Software zu verteilen und vieles mehr“, so Schwerdtfeger.

Und was erwartet uns in Zukunft?

Digitale Elemente sind unabhängig von der Pandemiesituation in der Grund- und Realschule Neuffen angekommen. Die Lehrer*innen der Grund- und Realschule haben sich Kompetenzen erarbeitet und es geschafft, den sonst in Präsenzunterricht gehaltenen Inhalt auf eine digitale Ebene zu holen. Egal ob Fern-, Hybrid- oder Präsenzunterricht, Lernende und Lehrende arbeiten und lernen mit Microsoft 365. Microsoft Teams ist da, die Accounts sind da: Die technischen Herausforderungen wurden größtenteils gemeistert.

Herr Schwerdtfeger, was sind Ihre nächsten Pläne?

„Wir möchten die digitale Transformation weiter ausweiten und am liebsten beispielsweise alle Klassenzimmer mit einem Konferenzsystem wie in großen Unternehmen ausstatten. Das sind Ideen, die mir aufgrund der aktuellen Diskussion um hybriden Unterricht durch den Kopf gehen. Letzten Endes muss für den Zuwachs an Technik jedoch auch ein entsprechendes Support-Kontingent geschaffen werden, um diese sinnvoll, sicher und zuverlässig einsetzen zu können.“