Lesefertigkeiten mit Reading Progress trainieren. Ein Interview mit Gymnasiallehrer Tobias Erles

In Zeiten der digitalen Transformation an deutschen Schulen ermöglichen moderne Technologien neue Formen des Lernens. Um Schüler*innen selbstständiges und individuelles Lernen nahe zu bringen, empfiehlt sich der Einsatz digitaler Tools. Reading Progress ist eine App in Microsoft Teams, die die Lesefähigkeit der Schüler*innen unterstützt und für persönliche Lernfortschritte sorgt.

Ein Lehrer, der Microsoft Teams und auch Reading Progress seit Langem einsetzt, ist Tobias Erles. Der Sport- und Englischlehrer eines allgemeinbildenden Gymnasiums ist von dem großen Nutzen moderner Technologien im Unterricht überzeugt. Der Einsatz von Reading Progress etwa bringe enorme Vorteile für die Verbesserung der Lesekompetenz: Die Lernenden befassen sich selbstständig mit dem Lesestoff, sie können sich vor dem Bildschirm ausprobieren sowie ihrem Lernstand entsprechende Aufgaben und engmaschige Unterstützung erhalten. So werden die Schüler*innen dort abgeholt, wo sie stehen, und zu individuellem, eigenverantwortlichem Lernen motiviert.

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Gymnasiallehrer Tobias Erles über den Einsatz von Reading Progress, äußeren Druck im Präsenzunterricht und die Vorteile des individuellen Lernens im „stillen Kämmerlein“.

Sie unterrichten Englisch und Sport an einem Gymnasium. Seit wann nutzen Sie Microsoft Teams an Ihrer Schule, wie kam es dazu?

Das hatte hauptsächlich mit der Corona-Pandemie zu tun. Wir hatten an der Schule schon einige digitale Tools in verschiedenen Bereichen ausprobiert. Dann kam die Pandemie, plötzlich musste Fernunterricht organisiert werden und dann ging es los: Ich hatte schon Erfahrungen mit Teams im Unterricht, da ich es aus reiner Neugier schon einmal mit einer Tablet-Klasse ausprobiert hatte. Die Einführung an der Schule ging dann recht schnell. Ich habe kurze Schulungen durchgeführt und den Kolleg*innen und Schüler*innen erklärt, welche Möglichkeiten Teams bietet – von der Dateiablage über Videokonferenzen bis hin zu Kommunikations- und Kollaborationsfeatures.

Besonders erfreulich war, dass die Schüler*innen in der Einführungsphase viel Unterstützung durch ihre Eltern erfahren haben, weil diese wiederum im Berufsalltag ebenfalls häufig mit Teams arbeiten. Am Ende haben wir durch die Einbindung der Plattform sehr viel Zeit gespart. Und sie war unsere Rettung in der Pandemie: Durch Teams ist tatsächlich nur der Unterricht ausgefallen, den wir von uns aus ausfallen lassen wollten!

Das hört sich toll an! Was glauben Sie: Werden diese Fortschritte der digitalen Transformation aus den vergangenen zwei Jahren auch in Zukunft Bestand haben, werden wir davon profitieren?

Davon bin ich überzeugt! Wir hören ja häufig den Satz: Die Pandemie war die beste Digitalfortbildung aller Zeiten. Ganz so würde ich es nicht formulieren, aber es ist schon etwas dran: Für die Entwicklung hin zur Transformation war sie ein Glücksfall. Mein Wunsch für die Zukunft ist: Das moderne Unterrichten sollte unbedingt beibehalten werden. Ich hoffe, dass wir in Deutschland nun nicht durch den Wegfall des Fernunterrichts auf solche Errungenschaften verzichten und wieder zu alten Strukturen zurückkehren werden.

An unserer Schule haben wir dazu eine Umfrage durchgeführt und Lehrer*innen, Schüler*innen sowie Eltern um ihre Meinungen gebeten: Was fandet ihr gut am neuartigen Lernen, was war nicht so gut, was sollten wir für den Präsenzunterricht beibehalten? Ich glaube, das ist eine gute Herangehensweise, denn man muss auch realistisch bleiben: Am Ende steht immer noch die Klausur oder die Abschlussprüfung, die mit einem Stift auf Papier geschrieben wird. Solange dies der Fall ist, wäre es wenig sinnvoll, alles auf „digital“ umzustellen.

Sinnvoll finde ich jedoch die Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel: Wenn man nicht von dem überzeugenden neuen Tool ausgeht und sich fragt, wie man dieses in den Unterricht einbringen könnte, sondern genau andersherum: Was ist mein Ziel, wofür suche ich eine Lösung und welche Werkzeuge kann ich verwenden, um dorthin zu gelangen? Die Schüler*innen sind heutzutage mit allem ausgestattet, was es für modernes Lernen braucht, sie haben Tablets, Surfaces und Co. – daraus lässt sich sehr viel machen! Es geht darum, eine Aufgabe zu lösen und möglichst in der Gruppe zu einem schönen Ergebnis zu kommen. Dafür kann sich dank zeitgemäßer Technologien dann jede*r das Tool auswählen, das ihr oder ihm am besten gefällt.

Für mich persönlich bedeutet die Arbeit mit Reading Progress eine enorme Erleichterung. Ich weiß von vornherein, dass ich zur Feststellung der Lesekompetenz nicht so viel wertvolle Unterrichtszeit verwenden muss, sondern die Schüler*innen dies zu Hause im Flipped Classroom Modell erledigen können

Reading Progress setzen Sie hauptsächlich im Englischunterricht ein. Wie kam es dazu?

Ja richtig, im Englischunterricht in allen Klassen, auch in der Oberstufe. Das Problem, das generell im Fremdsprachenunterricht besteht, ist, dass Lesekompetenz zu wenig geprüft werden kann. Es kostet unheimlich viel Zeit, wenn ich mir jede*n Schüler*in einzeln anhören will – in einer Schulstunde könnte jede*r einmal an der Reihe sein, aber dann liest sie oder er nur zwei Sätze vor, weil alle anderen ja auch noch gehört werden müssen. Mit Reading Progress ist es hingegen möglich, zum Beispiel in einer Hausaufgabensituation jede*n Schüler*in einen Text vorlesen zu lassen.

Und ich bin immer wieder begeistert davon, wie gut die integrierte KI funktioniert! Als Lehrkraft bekomme ich ein detailliertes Bild über das Sprachvermögen der Vortragenden. Und ich kann sogar differenzieren: Schüler*innen, die etwas schwächer sind, bekommen einen weniger anspruchsvollen Text, andere lesen schwierigere Texte vor – so kann jede*r dort abgeholt werden, wo er oder sie steht, und individuelle Lernerfolge feiern.

Wie wird diese neue Form des Lernens von den Schüler*innen angenommen?

Die Schüler*innen finden es gut, dass sie für eine Aufgabenbearbeitung mal nicht schreiben müssen. (lacht) Das Schriftliche kann im Unterricht vor Ort abgefragt werden, das Mündliche gibt es als Hausaufgabe, so binden wir Reading Progress aktuell in das schulische Lernen ein. Für die Erledigung der Aufgabe benötigen die Schüler*innen sehr wenig Zeit – ein weiterer Vorteil – und ihre Lösungen bleiben anonym, das heißt, die Mitschüler*innen bekommen das Ergebnis nicht zu sehen oder zu hören.

Das ist auch sehr schön an der Arbeit mit Reading Progress: Es geht wirklich nur um das reine Lesen. Die Schüler*innen sind keinem Druck von außen wie im Präsenzunterricht ausgesetzt, sondern können im „stillen Kämmerlein“ praktisch nur mit mir als Lehrkraft in Kontakt treten – und viele Lernende agieren dann auch ganz anders als im Klassenverband: Ohne Druck, ohne Scham und Unsicherheit können sie sich ganz entspannt ihren Aufgaben widmen.

Möchten Sie die Funktionen von Reading Progress noch näher kennenlernen und die App auch für Ihren Unterricht nutzen? In einem kostenlosen Modul auf Microsoft Learn erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen! Für weiterführende Einblicke in Teams empfehlen wir Ihnen auch unsere LearnEd-Session mit Tobias Erles.

Was sagen Sie allen Zweifelnden (oder weniger technik-affinen Lehrkräften): Warum sollte Microsoft Teams und insbesondere Reading Progress unbedingt verwendet werden?

Für die Schüler*innen eine Aufgabe zu erstellen und diese später auszuwerten, ist supereinfach! PDF- und Word-Dokumente können eingebunden werden, in einer Übersicht lässt sich auf einen Blick erkennen, ob die Aufgabe bearbeitet wurde oder nicht – seit Neuestem gibt es sogar die tolle Möglichkeit für Lehrkräfte, eine Aufgabe im Namen der Schüler*innen abzugeben, wenn dies vergessen wurde oder wegen technischer Probleme nicht möglich war. Die umfassende Betreuung und Unterstützung, die ich den Lernenden zukommen lassen kann, ist einfach toll! In dieser Hinsicht ist das Microsoft-Tool derzeit unschlagbar und alternativlos!

Reading Progress bietet also eine einzigartige Möglichkeit der 1:1-Betreuung von Schüler*innen – ist es deshalb ein Tool der Zukunft?

Es ist auf jeden Fall ein Tool, das den Grundschul- und Sprachenlehrer*innen eine riesige Zeitersparnis bringt. Deshalb ist es wünschenswert, Reading Progress auch künftig zu nutzen, um die Lesefähigkeit zu verbessern, abzuprüfen und die Lernenden zu unterstützen. Sie müssen wissen: Heutzutage zocken die Kinder unheimlich gut, (lacht) aber bis zur 7. oder 8. Klasse haben viele tatsächlich Probleme damit, das vorzulesen, was vor ihnen auf dem Papier oder Bildschirm steht. Man liest einfach so selten etwas laut vor – außer wenn man jüngere Geschwister zu Hause hat –, aber im Präsenzunterricht besteht dafür zu wenig Raum.

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