Die Digitalisierungspraxis im Verwaltungs- und Bildungsbereich in Deutschland ist ein spannendes Themenfeld. Ob Teilhabe, Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit – wenn digitale Transformationsprojekte gelingen, hilft das Menschen auf vielfältige Weise. Die neue Podcast-Reihe „Fortschrittsdialoge“ macht auf diese Erfolge aufmerksam und führt vor Ohren, dass es in Deutschland zahlreiche Beispiele für digitale Innovationen gibt. Als optimistische Stimme der Digitalisierung erzählt der Podcast Geschichten aus der Praxis – von und für Macher*innen der digitalen Transformation.

Die Themen der bisherigen Podcast-Folgen

Im Podcast unterhalten sich renommierte Gäste aus dem Bildungs- und Verwaltungsbereich mit Microsofts Expert:innen, die seit Jahren erfolgreiche Transformationsprojekte begleiten. In jeder Folge werden spannende Einblicke in den Stand der Digitalisierung in öffentlichen Institutionen in Deutschland gewährt. Wir geben einen ausführlichen Überblick über die Inhalte der ersten drei Folgen:

Freiheit statt Zwang und ein Ende des Prüfungsfetischs – ist das die Schule der Zukunft in der Digitalität?

In der neuesten Folge der „Fortschrittsdialoge“ spricht Cornelia Schneider-Pungs, Industry Advisor für Schulen bei Microsoft, mit Bob Blume. Der Lehrer, Blogger und Autor erklärt seine Sicht auf den Bildungssektor und beschreibt seine Ideen vom Lernen und Unterricht in der Zukunft.

„Für mich ist es wichtig, dass jeder der lernt – und das sind ja im besten Fall Schüler*innen und Lehrer*innen – sich wohlfühlen kann. Das hört sich trivial an, ist es aber nicht.“ – Bob Blume

Zu Beginn geht es um die Fragen, wie sich in einer Schule eine gute Lernatmosphäre schaffen lässt und warum eine „Frontalbeschallung im Gleichschritt“ nicht mehr zeitgemäß ist. In diesem Zusammenhang zeigt Bob Blume auf, was sich weiterführende Schulen von Grundschulen abschauen können.

Im weiteren Verlauf der Folge diskutieren die beiden über Bob Blumes Buch „10 Dinge, die ich an der Schule hasse – und wie wir sie ändern können“. Anhand von Beispielen erläutert der Autor, was er in seiner Lehrpraxis anders macht. „Mir fehlt eine nationale Bildungsvision“, so Bob Blume. Warum und wie muss sich unsere Vorstellung von Unterricht grundsätzlich ändern? Warum ist eine starre Durchtaktung der Unterrichtsinhalte nicht sinnvoll und wo muss an der Ausbildung von Pädagog*innen angesetzt werden, um daran etwas zu ändern? Über all diese spannenden Fragen sprechen Cornelia Schneider-Pungs und Bob Blume anschließend.

„Unterricht bleibt wichtig. Aber genauso wichtig sind Spontanität, pädagogisches Handeln und Elternarbeit.“ – Bob Blume

Weiterhin thematisieren die beiden Prüfungen in der digitalen Welt an. Bob Blume erläutert, welche Aspekte Schüler*innen und Lehrer*innen gleichermaßen demotivieren. Dazu beschreibt er, wie sich digitale Tools geschickt und mit Nutzen im Unterricht und Prüfungssituationen einsetzen lassen.

„Was wollen wir? Wollen wir Schüler*innen aussortieren, ihnen spiegeln, was sie nicht können? Oder wollen wir sie empowern und sie dazu zu bringen, am Ende ihrer Schulzeit noch weiter zu lernen?“ – Bob Blume

Den Abschluss bildet der Bericht darüber, wie Bob Blume als Lehrer die Arbeit des Kultusministeriums erlebt und warum es in puncto Digitalisierung für eine Behörde wichtig wäre, einfach mal zuzuhören.

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Agilität, Empowerment und interkulturelle Kompetenz – die Zukunft der Lehre?

In der zweiten Folge der „Fortschrittsdialoge“ tauscht sich Lorenz Kupfer, Advisor für Hochschulen bei Microsoft, mit Prof. Kay Berkling, Informatik-Professorin und Trägerin des Landeslehrpreises 2021, aus. Sie diskutieren über Student Empowerment, Fehlerkultur, Agilität in der Lehre und die Zukunft der Hochschule in einer Welt des lebenslangen Lernens.

Zu Beginn reden die beiden über die Verleihung des Landeslehrpreises sowie über den beruflichen Werdegang von Prof. Berkling und ihre Erfahrung mit dem Lehren und Lernen in unterschiedlichen Kulturen. Drei grundsätzliche Aspekte sind für die Preisträgerin besonders wichtig: Lernen sollte frei nach Montessori als Spielen verstanden werden, es ist ein Privileg und es ist völlig in Ordnung für Studierende, Fehler zu machen.

„Lernen muss man als Privileg sehen. Es gibt ganz wenige Menschen auf der Welt, die das dürfen. Ich sage das gerne meinen Studierenden am ersten Tag. Ihr habt das Privileg, nutzt die Chance!“ – Prof. Kay Berkling

Weiterhin berichtet Prof. Berkling, was sie im Hochschulbereich in Deutschland geradezu schockiert hat und was sich aus ihrer Sicht auf alle Fälle bei Prüfungen verbessern sollte.  Anschließend diskutieren die beiden über die Vorteile einer offenen Fehlerkultur und wie Pädagog*innen Freiräume für Studierende schaffen können. Prof. Berkling spricht dabei Konzepte aus der Industrie an, die sie im akademischen Bereich adaptiert hat.

„Die Methode, statt Feedback zu geben, Feedforward zu machen, haben wir mit den Dozierenden umgesetzt. Sie durften beispielsweise sagen „Mein Ziel mit euch war eben nicht, dass ihr gute Noten kriegt oder dass ihr jeden Tag dasitzt, sondern dass ihr gerne kommt.“ – Prof. Kay Berkling

Dann diskutieren Lorenz Kupfer und Prof. Kay Berkling über Potenziale von Gamification zur Motivationssteigerung beim Lernen. Welches Mindset wichtig ist, um auf spielerische Weise zu lernen, und wie sich dies in der Lehre einbinden lässt, erklärt Prof. Berkling. Dabei geht sie auf das Konzept des Game-Design-Thinking ein und wie sie Studierende mit diesem dazu bringt, sich selbstständig zu motivieren und bessere Ergebnisse zu erzielen.

„Lehrer*innen müssen sich einmal klar machen, dass die Leute, die vor ihnen sitzen, nicht unbedingt so sind, wie man selbst.“ – Prof. Kay Berkling

Mit dem Schlagwort „The New Normal“ wechselt die Unterhaltung zum Thema Digitalisierung an der Hochschule. Prof. Kay Berkling berichtet, wie sie die Zeit der Hochschulschließungen erlebt hat und was sich Onlinelehre für Dozierende und Studierende verändert und insbesondere verbessert hat.

„Ich habe erlebt, dass das Netzwerk zwischen Studierenden und Dozierenden stärker zusammengewachsen ist. Viel stärker als in der Präsenz, wo der Dozierende nach der Vorlesung das Zimmer verlässt. Das virtuelle Zimmer habe ich nie verlassen. Ich bin 24/7 da und konnte ganz andere Beziehungen zu meinen Studierenden aufbauen.“ – Prof. Kay Berkling

Daraufhin geht es in dem Gespräch um kognitive Verzerrungen und menschliche Erwartungen. Prof. Kay Berkling thematisiert falsche Rollenbilder, Vorurteile und räumt mit dem Klischee der Lebensweise von Informatiker*innen auf. Dabei spricht Sie an, warum Internationalisierung dazu beiträgt, gesellschaftliche Rollenklischees abzubauen.

Zum Abschluss tauschen Lorenz Kupfer und Prof. Kay Berkling sich darüber aus, was der Begriff Fortschritt bedeutet und warum wir – zumindest technisch gesehen – schon längst in der Zukunft leben.

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Govtech „Lust auf Neues“ – und Technologie als Katalysator für gesellschaftlichen Fortschritt

„GovTech ist das größte unerschlossene Technologie-Vertical der Welt.“ – Lars Zimmermann

In der Premieren-Folge der „Fortschrittsdialoge“ spricht Dr. Marianne Janik, Geschäftsführerin der Microsoft Deutschland GmbH, mit Lars Zimmermann, dem Co-Gründer von GovTech Campus Deutschland. Die beiden zeigen spannende Perspektiven auf die Digitalisierung der deutschen Verwaltungslandschaft auf und liefern Impulse für die Praxis von Behörden im Umgang mit Technologie im Verwaltungsbereich (GovTech).

Welche Rolle nehmen Technologien im Bereich Nachhaltigkeit ein und was können sich Unternehmen von Start-ups abschauen? Über diese Frage diskutieren die beiden zu Beginn der Folge. Lars Zimmermann berichtet von der Arbeit von GovTech Campus und dem Ziel, ein technisches Ökosystem für den Verwaltungsbereich zu schaffen. Dabei kommen die großen Herausforderungen, vor denen öffentliche Einrichtungen bei Transformationsprozessen stehen, zur Sprache – und was für einen erfolgreichen digitalen Wandel nötig ist.

„Die Innovationsdynamik ist so hoch, dass die Verwaltung eigentlich nicht mehr in der Lage ist, ganz allein die Voraussetzungen zu schaffen, die sie braucht, um sich zu modernisieren.“ – Lars Zimmermann

Dr. Marianne Janik und Lars Zimmermann zeigen anhand von Beispielen, wie die Transformation auf Verwaltungsebene in anderen europäischen Staaten gelingt. Gleichzeitig diskutieren sie über wichtige Ansätze für Deutschland und warum Digitalisierung nicht nur eine technologische, sondern vor allem eine Frage der Organisation und Führung ist. Auch die großen Potenziale der Digitalisierung im Bildungsbereich sind ein Thema.

„Der Bildungsbereich betrifft viele Menschen – Schüler*innen, Eltern, Großeltern, Lehrer*innen. Es sind viele gesellschaftliche Gruppen mit Bildung beschäftigt und wir könnten in keinem Bereich so schnell zeigen, wie unglaublich sinnstiftend eine professionelle Digitalisierung ist.“ – Lars Zimmermann

Darüber hinaus sprechen die beiden darüber, wie GovTech Campus Brücken zwischen europäischen Ländern baut und einen Technologietransfer auf Verwaltungsebene ermöglicht. Gleichzeitig geht es um Deutschland als zukunftsfähigen Innovations- und Entwicklungsstandort für GovTech. Zum Abschluss verrät Lars Zimmermann drei wichtige Punkte, die es öffentlichen Einrichtungen ermöglichen, ihre Strukturen für die Digitalisierung zu mobilisieren.

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„Fortschrittsdialoge“ – Erfolgsgeschichten der Digitalisierung

Wer die ebenso spannenden wie erhellenden Gespräche aus den ersten drei Episoden verpasst hat, kann sie kostenlos nachhören – eine ideale Beschäftigung für alle, die auch in der Ferienzeit nach Inspirationen suchen und mehr über die vielfältigen Chancen erfahren möchten, die die Digitalisierung für Schulen und Hochschulen, aber auch für Ministerien, Kommunen und Länder bietet. Schauen Sie einfach auf den üblichen Podcast-Plattformen vorbei. Wir wünschen viel Spaß beim Zuhören!