Mit Flip Medienkompetenzen fördern und Motivation steigern. Ein Interview mit Gymnasiallehrer Tobias Erles

Moderne Technologien ermöglichen in Zeiten der digitalen Transformation neue Formen des Lernens. Der Einsatz digitaler Tools erleichtert es Lehrkräften, den Schüler*innen selbstständiges und individuelles Lernen nahe zu bringen. Die Social-Learning-Plattform Flip von Microsoft bietet in über 180 Ländern mehr als 20 Millionen Nutzer*innen eine tolle Möglichkeit, um den Schüler*innen in innovativen Lernszenarien durch eigens aufgezeichnete Videos eine Stimme zu geben.

Eine Lehrkraft, die Flip seit Langem einsetzt, ist Tobias Erles. Der Sport- und Englischlehrer eines allgemeinbildenden Gymnasiums ist vom Einsatz moderner Technologien im Unterricht überzeugt. Das Besondere an Flip ist, dass es den Unterricht nicht nur für ihn, sondern vor allem für seine Schüler*innen sehr kurzweilig gestaltet. In Zeiten von Social Media holt Flip die Kinder direkt in ihrer Lebenswelt ab, was ihre Motivation unheimlich steigert und sie zu einer hohen Beteiligung anspornt. Wir haben mit Tobias Erles darüber gesprochen, welche Möglichkeiten Flip für den Unterricht bereithält.

Tobias Erles
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Du unterrichtest Englisch und Sport an einem Gymnasium. Woher rührt deine Begeisterung für Flip?

Tobias Erles: Tatsächlich ist Flip eines der besten Tools für die Schule überhaupt. Ich setze es ergänzend zu anderen digitalen Angeboten ein, wenn ich einen kurzen Kommentar oder ein Feedback zu einer Aufgabe einholen möchte. Bei dieser Form der Video-Response – bzw. Audio-Response bei ausgeschalteter Kamera – in Form von kurzen Clips können Schüler*innen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich ausdrücken. Selbstverständlich wäre das auch über klassische Textaufgaben möglich, doch Flip holt die Kinder und Jugendlichen in ihrer Lebenswelt ab und steigert ihre Motivation.

Als weiterer Pluspunkt erweist sich die unkomplizierte Handhabung: Der Zugang ist einfach, da er nicht an eine Software gebunden ist und die Schüler*innen lediglich auf einen Link klicken müssen. So können Aufgaben unabhängig von Ort und Zeit über das Handy unterwegs, ein Tablet oder auch den PC zu Hause erledigt werden.

… und Flip steigert die Medienkompetenz der Schüler*innen.

Tobias Erles: Ja, bei der Förderung von Medienkompetenz kann Flip ebenfalls unterstützen. Auch wenn der Fokus auf der Erfüllung eines Unterrichtsziels liegt, hinterlasse ich den Kindern und Jugendlichen Kommentare, was sie in der Umsetzung beachten können. Häufig sind es kleine Dinge, wie der Hintergrund im Video oder die Frage, ob man sich immer komplett zeigen muss. Das lässt sie auch ihr Tun in den sozialen Medien überdenken.

Der Vorteil von Flip ist, dass das Video nur innerhalb eines geschlossenen Raumes verfügbar ist und meist nur die Klasse oder sogar nur ich als Lehrkraft Zugriff habe.

Wie reagieren die Eltern und die Schüler*innen auf den Einsatz von Flip?

Tobias Erles: Die Eltern müssen selbstverständlich informiert und abgeholt werden. Häufig hilft es ihnen, konkrete Beispiele zu sehen, was das Tool kann und was damit gemacht wird, und zu erfahren, was der Sinn des Einsatzes ist. Und bei Bild- und Tonaufnahmen natürlich: Wer kann das alles sehen? Da wir uns bei Flip in einem geschlossenen Raum befinden, kann man Eltern sehr gut mit an Bord holen.

Zudem kommt es bei den Kindern gut an. Besonders die jüngeren Schüler*innen ab Klassenstufe 5 nutzen Flip mit Begeisterung. Je nach pubertärer Phase ist es aber auch mal peinlich – zum Glück verfügt Flip über zahlreiche Extra-Funktionen, so dass man sich nicht unbedingt zeigen muss und beispielsweise ein Emoji über den Kopf legt.

Du unterrichtest an einem Gymnasium. Ist Flip aus deiner Perspektive auch für den Einsatz an Grundschulen geeignet?

Tobias Erles: Tatsächlich habe ich gerade erst ein Projekt in einer Grundschule betreut und finde Flip ist dort besonders hilfreich. Viele digitale Tools sind schwer einsetzbar, wenn die Kinder noch nicht lesen und schreiben können. Mithilfe von Flip können bereits die Kleinsten auf Knopfdruck beispielsweise ein Vorstellungsvideo erstellen.

Wie sieht der konkrete Einsatz bei dir im Unterricht aus?

Tobias Erles: Flip hat sich als Ergänzung zu anderen Angeboten bewährt und ich nutze es sehr häufig für Hausaufgaben, denn ich bin nicht der Meinung, dass Aufgaben zwangsläufig mit Stift und Papier erledigt werden müssen. In der Regel biete ich verschiedene Optionen an – und eine davon ist Flip. Für die Schüler*innen ist das Angebot ausgesprochen attraktiv, weil es schnell und einfach geht. Und ich als Lehrkraft sehe, dass sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, und bekomme auf eine Frage unterschiedlichste Lösungsansätze.

Flip eignet sich außerdem hervorragend, um etwas vorzustellen. Eine Aufgabe biete ich durch alle Klassenstufen hindurch gerne an: Schüler*innen stellen mir etwas vor, was sie unglaublich gerne mögen. Da ich das Fach Englisch unterrichte, ist die Sprache im Video dann selbstverständlich Englisch. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Lehrer*innen nicht zwingend ein Thema vorgeben müssen, denn die Präsentationen zu freien Themen sind häufig um ein Vielfaches besser. So sprechen Achtklässler*innen vielleicht lieber über ihr Lieblingshobby als über das britische Königshaus.

Das klingt sehr kurzweilig – für dich und deine Schüler*innen. Doch wie kurz oder lang sind denn die erstellten Videos in der Regel?

Tobias Erles: Die Länge der Videos ist tatsächlich ein ganz wichtiger Punkt. Es gibt nichts Schlimmeres, als ein fünfminütiges Video anzusehen, dass eigentlich schon nach einer Minute hätte vorbei sein können. Deshalb gebe ich meinen Schüler*innen für Videos, in dem sie eine Person oder ein Thema vorstellen, nicht mehr als 30 bis 40 Sekunden. Ganz nebenbei ist das eine großartige Übung, sich kurz zu fassen und auf den Punkt zu kommen. Ähnlich wie bei einem bekannten Kurznachrichtendienst, der eine Zeichenbeschränkung vorgibt. Und die Kürze macht die Aufgabe für Schüler*innen tatsächlich noch attraktiver.

Deswegen ist meine Empfehlung ganz klar, die Videos möglichst kurz zu halten. Manchmal wurde dann zwar unter Umständen nicht alles gesagt, was gesagt werden sollte. Aber das, was gesagt wird, wird auf den Punkt gebracht. Als Lehrkraft habe ich in diesem Fall immer die Möglichkeit, über die Kommentarfunkton Ergänzungen zu erfragen. Dann gibt es manchmal auch etwas längere Videos von maximal zwei Minuten.

Letzte Frage: Machst du auch selbst Videos für deine Schüler*innen?

Tobias Erles: Selbstverständlich. Wenn ich von den Schüler*innen verlange, dass sie ein Video drehen, dann gehe ich natürlich mit gutem Vorbild voran. Es nimmt ihnen auch die erste Befangenheit, wenn sie sehen, dass ich den Spaß mitmache. In meinem Video erkläre ich die Aufgabenstellung, die es aber auch nochmal schriftlich zum Nachlesen gibt. Währenddessen kann ich außerdem Impulse für die Erstellung geben, indem ich beispielsweise den Hintergrund verändere oder eine Grafik einfliegen lasse.

Möchten Sie die Funktionen von Flip näher kennenlernen und die Plattform auch für Ihren Unterricht nutzen? Erfahren Sie mehr in unserem Beitrag über Flip.

 

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