Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gewinnen für die Finanzwirtschaft immer mehr an Bedeutung – und das nicht nur in Bezug auf den eigenen Geschäftsbetrieb, sondern auch im Zusammenwirken mit gesellschaftlichen Entwicklungen und dem Einfluss auf die eigenen Kundinnen und Kunden.

Aktuelle ökologische, soziale und politische Themen spielen in der öffentlichen Wahrnehmung eine immer wichtigere Rolle, und ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) haben inzwischen einen wesentlichen Einfluss auf die Produktentscheidungen von Bank- und Versicherungskunden. Bill Borden, unser Corporate Vice President, Worldwide Financial Services bei Microsoft, hat Mitte Oktober die vielfältigen Chancen von „Nachhaltigkeit“ bei der Sibos Sustainable Finance Spotlight Session eingehend diskutiert, Erfahrungen aus der Microsoft Corporation geteilt – und die Dringlichkeit für Unternehmen aus dem Finanzsektor verdeutlicht. Sein Credo: Wir müssen jetzt rasch handeln, um gemeinsam eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.

Komplexe regulatorische Vorgaben, Druck durch die Öffentlichkeit

Nachhaltiges Wirtschaften ist in der heutigen Zeit eine Kernanforderung für Unternehmen – und es wird auch von Politik und Gesellschaft zunehmend eingefordert: Dies belegen die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Maßnahmen der EU-Kommission (Beispiel: EU-Aktionsplan „Financing Sustainable Growth“), das Interesse der Aufsichtsbehörden an diesen Themen und nicht zuletzt die steigende Nachfrage seitens der Bankkund*innen und Versicherungsnehmer*innen nach nachhaltigen Produkten.

Tatsächlich hat sich Sustainability vom früheren Nischenthema mittlerweile zum Motor für den Geschäftserfolg und eine differenzierte Marktpositionierung gewandelt. Dies gilt insbesondere in wirtschaftlich turbulenten Zeiten, wenn es darum geht, das Vertrauen der Kundschaft und damit letztlich der Gesellschaft in die Finanzwirtschaft zu stärken.

Lese-Tipp: Whitepaper „Sustainable Assets für die Finanzindustrie“

Welche vielfältigen Facetten „Sustainability“ für erfolgreiche Geschäftsmodelle von Banken und Versicherungen hat und wie eng die Verflechtungen in andere Branchen und Sektoren der Wirtschaft reichen, diskutieren die Autor*innen des aktuellen Whitepapers „Sustainable Assets für die Finanzindustrie“: Die Klimabilanz des Immobiliensektors spielt nämlich für das Geschäft von Banken und Versicherungen inzwischen eine wesentliche Rolle. Sie stehen regelmäßig vor der Frage, wie der Klimawandel das Geschäftsmodell ihrer Kunden verändert. Denn: Global entfallen rund 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen auf den Bereich der Immobilien. Welche regulatorischen wie auch physischen Folgen hat der Klimawandel für den Gebäudesektor? Wie sind die Risiken konkret zu bewerten? Wie lassen sie sich minimieren?

Im Whitepaper erfahren Sie mehr über die Hintergründe, und es wird erläutert, wie ein smarter, innovativer Umgang mit Daten gelingt, um die neuen Herausforderungen anzugehen.

  • Mehr als Wohnraum: Die Bedeutung des Gebäudesektors für den Klimawandel
  • Naturkatastrophen, Marktrisiken und Reputationsverluste: Handlungsfelder für Banken und Versicherungen
  • ESG-konforme Investitionsmöglichkeiten und intelligentes Risikomanagement
  • Digitale Zwillinge in der Immobilienwirtschaft
  • Stranded Assets: Definition, Identifizierung und zukunftsorientierte Planung

Wenn Sie sich intensiver mit diesem Themenkomplex befassen möchten, dann empfehlen wir Ihnen auch unser Webinar „ESG – Nachhaltigkeit im Immobiliensektor und die vielschichtigen Auswirkungen auf Verwaltung, Finanzierung und Versicherung“ am 26. Oktober. (Nach diesem Datum wird das Webinar als Aufzeichnung On-Demand abrufbar sein.)

Unsere Referent*innen diskutieren im Webinar die aktuellen Aufgaben für Banken und Versicherungen, um das Thema Klimaneutralität anzugehen und die CO2-Emissionen ihrer Kunden-Immobilien zu messen oder zu reduzieren, und sie stellen passende innovative Technologien vor.

Nachhaltigkeit: Gehen Sie das Thema nachhaltig an

Zu den zentralen Motiven, warum Organisationen verstärkt in nachhaltige Maßnahmen und Initiativen investieren, zählen bisher zum einen der politische und soziale Nachhaltigkeitsdruck und zum anderen die Übernahme von Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Seit der Energiekrise wird zudem die Schonung von Ressourcen zu einem immer dringenderen Anspruch.

Ein persönliches Wort zum Schluss: Mit der bloßen Umsetzung der regulatorisch geforderten Nachhaltigkeitsmaßnahmen wird es im Finanzsektor nicht getan sein. Zu viele Organisationen betrachten diese Initiativen noch unter einer reinen Kosten- und Aufwandperspektive – zu Unrecht. Denn Sustainability-Konzepte haben einen klaren positiven Einfluss auf die Ertragslage und Ihren langfristigen Geschäftserfolg.

Eine proaktive Auseinandersetzung mit dem Thema und dessen strategische Verankerung in der Unternehmenskultur: Das sind die Aufgaben, die Führungskräfte in Banken und Versicherungen nun unbedingt in den Blick nehmen sollten. Denn letztlich geht es um Verantwortung: die Verantwortung von uns allen für unsere Mitarbeitenden, für unsere Produkte und Services und für unsere Kundenbeziehungen.

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