Die diesjährige Smart Country Convention (SCCON) vereint als führende Kongressmesse rund um Gov-Tech, Smart City & Smart Region innovative Anbieter, Expert*innen und Vertreter*innen aus Politik, Digitalwirtschaft und Wissenschaft.

An genau dieser Schnittstelle sind verschiedene übergreifende Themen angesiedelt, wie uns Martin Montag, Head of Sales Public Sector bei Hawa Dawa, in einem ausführlichen Interview erläutert. Denn Hawa Dawa steht ein für saubere Luft für Städte, Unternehmen und Bürger*innen und wird auf der SCCON praxisnahe Lösungen vorstellen.

Erfahren Sie hier mehr über aktuelle Use-Cases und Projekte, die zentrale Rolle von Daten für die Verbesserung der Luft- und damit der Lebensqualität – und natürlich über den Messeauftritt von Hawa Dawa bei der SCCON:

Martin Montag, Head of Sales Public Sector bei Hawa Dawa
  1. Martin, was motiviert euch und wieso ist das Thema „saubere Luft“ wichtig für Smart Cities & Regions?
    Luftverschmutzung ist ein Problem, das praktisch alle Bereiche unseres Lebens betrifft – wir atmen überall. Es ist unbestritten und wissenschaftlich bewiesen, dass Luftverschmutzung negative Auswirkungen auf die Gesundheit, das Klima und auch – global gesehen – auf die Nahrungsmittelsicherheit hat. Wir müssen das Thema Luftqualität daher ernst nehmen. Gleichzeitig ist dieses Thema hochkomplex. Diese Komplexität versuchen wir durch unsere Arbeit aufzulösen, indem wir zunächst für Transparenz sorgen.

    Der Wille zur Veränderung ist bei den Verantwortlichen meist vorhanden, es fehlen jedoch klare Ansatzpunkte und Ideen, wie das Thema wirklich berücksichtigt werden kann. Nun kommen wir ins Spiel: Wir vereinen alle vorhanden Datenquellen zur Luftqualität, und wo nötig ergänzen wir diese Daten mit unserem eigenen Messnetzwerk. So erhalten wir wertvolle Daten, die unsere Kunden für die spezifischen Anwendungsfälle benötigen. „Anwendungsfall“ ist dann gleich das nächste wichtige Schlüsselwort: Wir begnügen uns nicht damit, einfach nur Luftqualitätsdaten bereitzustellen, sondern korrelieren diese Daten mit weiteren Informationen, z. B. Wetter, Verkehr, Bodennutzung und Gesundheitsdaten. Dies erfolgt natürlich anonymisiert und datenschutzkonform. Damit liefern wir nicht nur einfach Daten, sondern handlungsrelevante Informationen. Unsere Kunden können also klar Ursachen und Wirkung erkennen und ihre Mittel zielgerichtet einsetzen. Das reicht dann von umweltsensitivem Verkehrsmanagement bis hin zum Schutz durch bauliche Maßnahmen oder der Bürgerinformation.

    Dabei machen wir es unseren Kunden leicht, diese Informationen zu verwenden. Wir bieten zum einen intuitiv bedienbare, interaktive Dashboards an, auf denen sich die Nutzer*innen schnell und übersichtlich einen Überblick verschaffen oder für Detailfragen in die Tiefe gehen können. Zusätzlich schaffen wir mit unseren APIs die Möglichkeit, die Informationen direkt in vorhandene Tools und gewohnte Arbeitsumgebungen zu integrieren – vom Verkehrsmanagement bis hin zu GIS-Anwendungen (z. B. Esri). Damit wird die Luftqualität ein integrierbares Modul der eingesetzten Fachanwendungen.
  1. Was ist die Geschichte eures erfolgreichsten Projekts?
    Wir haben schon eine Vielzahl erfolgreicher Projekte durchgeführt. Exemplarisch möchte ich hier auf unser Projekt mit den Mainzer Stadtwerken eingehen. Hier wurde Erfolg nicht nur für unser Geschäft erzielt, sondern auch in der Sache: Von einem anfänglich konkret abgegrenzten Projekt im Bereich Verkehr wurde das Luftqualitätsmonitoring in den Regelbetrieb als Infrastrukturmaßnahme übernommen. Mainz hat den Wert von detaillierten Umweltdaten erkannt. Erfolgreich war und ist das Projekt mit Mainz nicht zuletzt auch deswegen, weil wir hier in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden unser Produktangebot weiterentwickelt und spezifiziert haben.
  1. Was habt ihr euch für die Zukunft vorgenommen?
    Am wichtigsten: Wir möchten es unseren Kunden leicht machen. So sollen die Kunden innerhalb der Vielzahl von „Low-Cost“-Sensoren nicht eine „Low-Quality“-Lösung wählen müssen. Ohne die nötige Datenqualität kann nicht gearbeitet werden. Und darauf kommt es ja letzten Endes an.
    Leider fehlen für die innovative Art, Luftqualität zu messen, bisher offizielle Standards. Das macht es den Kunden schwer, den richtigen Anbieter zu wählen. Daher haben wir unsere Messmethode durch den TÜV prüfen lassen. Als Ergebnis bescheinigt uns der TÜV, dass wir die regulatorisch geforderte Genauigkeit erreichen. Zudem ist Hawa Dawa das einzige Startup, das im VDI/VDE-Normierungsausschuss „Kommission zur Reinhaltung der Luft“ (KRdL) daran mitarbeitet, die Innovationen mit dem regulatorischen Ansatz in Einklang zu bringen.

    Das Ziel, dass wir es unseren Kunden leicht machen, die Daten auch tatsächlich zu verwenden, erreichen wir durch zwei Säulen unseres Ansatzes:
  • Wir erheben nicht nur Luftqualitätsdaten, sondern setzen sie in einen relevanten Kontext. Durch die Korrelation mit z. B. Wetterdaten, Verkehrsdaten und anonymisierten Gesundheitsdaten lassen sich konkrete Rückschlüsse auf Ursachen und Auswirkungen ziehen. Damit sind die Informationen mehr als Daten, sie dienen als handlungsrelevante Basis für Entscheidungen.
  • Wir stellen diese Information in unterschiedlichen Formen zur Verfügung: vom intuitiv bedienbaren Dashboard, auf dem sich die Kunden interaktiv bewegen können, bis hin zu Schnittstellen (APIs), die es ermöglichen, Umweltinformationen medienbruchfrei in der gewohnten Arbeitsumgebung (z. B. in einer Esri GIS-Anwendung) zu verwenden. Für beide Formen der Datennutzung arbeiten wir kontinuierlich an Verbesserungen und Erweiterungen.
  1. Wieso seid ihr auf der #SCCON22 dabei und worauf können sich die Besucher*innen (eures Standes) freuen?
    Die Smart Country Convention ist das Top-Event für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors und zentrale Anlaufstelle für Politik, Digitalwirtschaft und Wissenschaft. Genau in der Schnittmenge dieser Bereiche ist unsere Lösung angesiedelt. Wie zentral das Thema Luftqualität für die Daseinsfürsorge ist, habe ich in meinem kürzlich veröffentlichten Artikel dargestellt.
Video: Reinere Luft dank Hawa Dawa.


Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist auch das Thema der BitKom Paneldiskussion, in der unser CEO Karim Tarraf am 1. Veranstaltungstag teilnehmen wird.

Wir freuen uns, auf unserem Stand Nummer 701 im hub27 der SCCON mit den Besucher*innen Anwendungsfälle zu diskutieren, Beispiele für Integrationen zu zeigen oder ganz konkret unsere Lösung vorzustellen.