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Microsoft Branchenblogs

Hersteller dürfen sich in der heutigen Zeit nicht mehr durch proprietäre Technologie und Datensilos einschränken lassen, und zugleich hat mit Industrie 4.0 ein tiefgreifender Wandel in der gesamten Branche eingesetzt. Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, ist es für Fertigungsunternehmen heute praktisch unerlässlich, Fabriken und Anlagen mit ihren unterschiedlichen Datenquellen untereinander zu vernetzen. Sie wissen: Um wirklich innovativ zu sein, müssen sie jeden Aspekt ihres laufenden Betriebs – von den Maschinen entlang der Fertigungsstraßen bis zu den Daten in ihren On-Premises-Datenbanken und -Systemen – nahtlos integrieren und ein reibungsloses und effizientes Funktionieren sicherstellen. Microsoft hat deshalb bei der Entwicklung des Industrial IoT (IIoT)-Ansatzes von Beginn an auf das Prinzip ‚Offenheit‘ gesetzt.
Eine zentrale Komponente für dieses Prinzip der Offenheit ist der internationale Open Platform Communications Unified Architecture (OPC UA)-Standard. Dieser wird in der Branche seit mehr als zwei Jahrzehnten genutzt, um eine plattformunabhängige, sichere Anbindung für alle Geräte, Systeme und Daten zu realisieren. Schon im Jahr 1994 ist Microsoft der OPC Foundation beigetreten, um gemeinsam einen Standard zu entwickeln, das es Herstellern ermöglicht, sich von Anbieterzwängen und Silos zu befreien. Diese Partnerschaft besteht bis heute fort und hat im Zuge der zunehmenden Orientierung zur Cloud neue Dringlichkeit erhalten, da immer mehr Hersteller diese als Plattform nutzen, um ihre verschiedenen Lösungen miteinander zu verbinden, zu steuern und zu optimieren.

Obwohl OPC UA keine Voraussetzung ist, um Produkte von Microsoft einzusetzen, ist dieser Standard dennoch für viele Unternehmen ein wichtiger Entscheidungsfaktor – und für uns zentraler Bestandteil unseres Offenheitsansatzes. Wir sind davon überzeugt, dass gerade Hersteller mit einer Ausrichtung auf diesen Standard mehrere praktische Vorteile nutzen können, da sie bei ihren Unternehmenssystemen nicht an einen Anbieter gebunden sind.

Drei Vorteile einer Standardisierung mit OPC UA

Aus unserer Sicht ist OPC UA weit mehr als bloß ein Standard für den Datenaustausch, sondern bringt konkrete Vorteile mit, die es unseren Kunden ermöglichen, ihre Geschäftsprozesse in das digitale Zeitalter zu bringen und zugleich die Anforderungen von Industrie 4.0 zu unterstützen:

  • Interoperabilität: Die Option, mehrere unterschiedliche Maschinen, Systeme und ganze Fertigungsstandorte miteinander zu vernetzen, ist für Hersteller eine Grundvoraussetzung, um Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Nur dank einer durchgängigen Interoperabilität wird es möglich, das althergebrachte ‚Abschottungsmodell‘ der Branche aufzubrechen. Der Weg in eine rentable Zukunft führt über Werkzeuge, die einen offenen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Technologien ermöglichen.
  • Standardisierung des Datenmodells: Mithilfe gründlicher Datenanalysen lassen sich neue Geschäftschancen und Synergie-Potenziale aufdecken, um einen höheren Mehrwert zu generieren. Wir unterstützen Fertigungsbetriebe dabei, indem wir nicht nur ihre verschiedenen Technologien verknüpfen, sondern auch die Datenmodelle aus diesen unterschiedlichen Quellen harmonisieren. Auf diese Weise können sie Telemetriedaten aus diesen Datenquellen in ihre Geschäftsprozesse integrieren.
  • Sicherheit: Da der Vernetzungsgrad in der Branche zunimmt und immer mehr Daten generiert werden, ist die Absicherung dieser Informationen und ihrer Quellen von entscheidender Bedeutung. Besonders wichtig ist dies für physische Anlagen, die anfällig für Manipulationen sein können. Durch die Beseitigung proprietärer Barrieren und eine Vereinfachung des Zugriffs unterstützen wir Unternehmen dabei, Berechtigungen effektiv zu verwalten, Benutzer sicher zu authentifizieren und Daten umfassend zu verschlüsseln. Auf diese Weise können Unternehmen ihr gesamtes System mithilfe von redundanten Schichten schützen, die aus mehreren Abwehrmechanismen bestehen – ein Sicherheitsansatz, der als „Defense in Depth“ bezeichnet wird.

Das Prinzip Offenheit und der Beitrag von OPC UA

Für das Microsoft-Prinzip der ‚Offenheit‘ ist der OPC UA-Standard eine zentrale Komponente. So können wir Kunden einen Rahmen für die Etablierung flexiblerer, effizienterer und nachhaltigerer Geschäftsmodelle bieten.
Fertigungsdaten können jahrzehntelang relevant sein und bleiben, und das bedeutet, dass sie zu einer langfristigen Belastung werden können. Mit OPC UA gibt es eine sinnvolle Antwort auf diese Herausforderung – nämlich durch den Vorteil der Datenstandardisierung. Mithilfe von offenen Datenformaten und Open-Source-Werkzeugen können Kunden ihre Daten ‚zukunftssicher‘ machen. Dieses Niveau an ‚Offenheit‘ ermöglicht es Herstellern, auch noch in 40 Jahren auf wichtige Daten von heute zuzugreifen, selbst wenn der Geschäftsbereich, der ursprünglich für die Daten verantwortlich war, längst nicht mehr existieren sollte.
Und da der OPC UA-Standard auf Interoperabilität basiert, können Hersteller auch typische Hindernisse, die durch proprietäre Technologie entstehen, leicht überwinden: Systeme und Informationen arbeiten nahtlos zusammen, unabhängig von ihrem tatsächlichen Standort oder dem jeweiligen Typ. Dies ermöglicht es den Unternehmen, alle Vorgänge durchgängig zu steuern und alle Daten auf einem zentralen und globalen Dashboard einzusehen, was völlig neue Einblicke zulässt.
Durch diese Eigenschaften entsteht ein weiterer gewichtiger Vorteil: weniger Abhängigkeiten von bestimmten Einzelsystemen und -anbietern. Somit sind Hersteller in der Wahl ihrer Tools und Lösungen völlig frei um genau das auszuwählen, was für ihre Zwecke am besten funktioniert. Gleichzeitig sorgt dieser Ansatz dafür, Kosten zu senken, den Geschäftsnutzen zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Praxisbeispiel: Der OPC UA-Standard bei der Bühler AG

Bei der Bühler AG, einem führenden Anbieter von Lebensmittelverarbeitungs- und Druckgusstechnologie, wird Azure IoT zusammen mit dem OPC UA-Standard eingesetzt, um die Interoperabilität zwischen den unternehmenseigenen Anlagen und Systemen zu erhöhen. Die Kunden von Bühler steuern eine Vielzahl von Produkten verschiedener Hersteller, und Bühler hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden durch eine einheitliche Plattform umfassende Kontrolle zu geben. Der OPC UA-Standard bietet ihnen eine universell kompatible Schnittstelle, mit denen sie ihre Anlagen von einem zentralen Ort aus steuern können, wodurch die Zugänglichkeit von Informationen, Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter und die Produktivität im Tagesgeschäft insgesamt verbessert werden.
„Der Einsatz von Industriestandards wie OPC UA fördert die Interoperabilität zwischen Lieferanten und ermöglicht ihnen eine bessere Zusammenarbeit”, erklärt Robert Cuny, IoT Program Manager bei der Bühler AG. „Dies öffnet die Tür zur Entwicklung neuer Lösungen, die die Effizienz entlang der gesamten Value Chain steigern – und nicht nur für eine einzige Anlage.“

Fazit

OPC UA ist ein leistungsstarkes Werkzeug für Hersteller, um agilere, offenere Strategien zu etablieren und ihr Unternehmen im Sinne von Industrie 4.0 zu transformieren. Erfahren Sie jetzt mehr über OPC UA – und entdecken Sie innovative IIoT-Lösungen für Ihre Branche.

 

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