In jeder Lieferkette sorgen Hunderte von sprichwörtlich ineinandergreifenden Zahnrädern dafür, dass alles in Bewegung bleibt. Für den Geschäftserfolg der beteiligten Unternehmen sind entsprechend reibungslose Prozesse ausschlaggebend – und das Gleiche gilt für die Produktivität und Performance der eigenen Maschinen, Geräte und Anlagen.

Ein Mann bedient ein tablet

Um einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherzustellen und die vorgesehene Position in der Wertschöpfungskette jederzeit plangemäß ausfüllen zu können, kommt dem Thema Anlagenwartung eine hohe Bedeutung zu. Diese wird jedoch erfahrungsgemäß häufig übersehen oder mit minderer Priorität behandelt. Dabei kann eine unzureichende oder nur ad hoc  ausgeführte Wartung die Lieferkette in wenigen Minuten zum Stillstand bringen – mit massiven Folgen für alle Beteiligten.

Der derzeitige Digitalisierungsschub bietet nun die Gelegenheit, auch die Wartungsabläufe kritisch unter die Lupe zu nehmen und technologiegestützt zu optimieren. Hinzu kommt das große Potenzial aus Remote-Überwachungstools und IIoT-Initiativen (Industrial Internet of Things): Vernetzte Anlagen liefern in Echtzeit wertvolle Daten-Insights – und diese sind ein wichtiger Baustein für Smart-Maintenance-Ansätze.

Klassische Wartungsansätze: unbeliebt, arbeitsintensiv und teuer

Die herkömmliche Wartung basiert primär auf einem reaktiven und teils noch präventiven Konzept: Geht etwas kaputt, wird es repariert. Steht laut Wartungsintervallplan ein Ölwechsel an, wird das Öl gewechselt. Häufige Folgen sind:

  • Ausfallzeiten und verlorene Produktionskapazität
  • Unnötige Ausgaben für Überstunden, Eilbestellungen von Ersatzteilen und zu intensive Lagerhaltung
  • Qualitätseinbußen bei den gefertigten Produkten
  • Sicherheitsrisiken
  • Unzufriedenheit bei Supply-Chain-Partnern und Kunden

Gleichzeitig zahlen Anlagenverfügbarkeit und -produktivität sowie das Performance-Monitoring indirekt, aber signifikant auf die Geschäftsergebnisse ein: Qualitätsprobleme können unter anderem das Markenimage empfindlich beschädigen und sich negativ auf die Gewinnmargen auswirken, und verspätete Lieferungen resultieren in einem schlechteren Customer-Lifetime-Value.

Smart Maintenance leicht gemacht

Ein modernes Wartungsmodell setzt bei diesen Herausforderungen an und integriert die bisher reaktiven und präventiven Wartungsansätze. Weitere Ausbaustufen sind die geplante Wartung und die vernetzte beziehungsweise prädiktive Wartung.

Auf der höchsten Stufe steht schließlich die intelligente, präskriptive Wartung: Dafür werden Daten der relevanten Komponenten eines Unternehmens – wie Produktionsanlagen und technische Geräte – beispielsweise über Sensoren auf sichere Weise erfasst, effizient zusammengeführt und maßgeschneidert ausgewertet, um den Servicelebenszyklus sowie Durchsatz, Qualität und Verfügbarkeit zu optimieren. Die Industrie befindet sich diesbezüglich mit ihren IoT-Initiativen bereits auf einem guten Weg: Bis 2024 werden 40 % der OEMs IoT-Daten von vernetzten Anlagen nutzen, um ungeplante Ausfallzeiten um 25 % verringern zu können.1

Intelligente Wartung bedeutet letztlich, dass Ihr Programm in der Lage ist, mit viel mehr Spezifität und Genauigkeit als die prädiktive Wartung zu „denken“. Ein Beispiel: Ein Sensor an einem Roboterarm erkennt einen niedrigen hydraulischen Druck. Die Software kombiniert für diesen spezifischen Roboterarm historische Daten, vorbeugende Wartungsrichtlinien und das erwartete Leistungsniveau in Abhängigkeit seines Alters, der bisherigen Nutzungsdauer und der aktuellen Auslastung. Anstatt zusätzliche Hydraulikflüssigkeit zu empfehlen, stellt die Software fest, dass ein Teil wahrscheinlich innerhalb der nächsten 30 Tage ausfallen wird. Sie sendet eine Benachrichtigung an den Wartungsbeauftragten, erstellt automatisch eine Bestellung für das Ersatzteil, die dann nur noch freigegeben werden muss, und sendet zeitgleich einen zeitlich passenden Arbeitsauftrag an eine*n Servicetechniker*in.

Abläufe und Ziele bei intelligenter Wartung
Abb. 1: Abläufe und Ziele bei intelligenter Wartung

Steigerung der Anlagenleistung

Die durchgängige Digitalisierung der Datenerfassung von Anlagen, Maschinen und Geräten sowie der zugehörigen Wartungsabläufe bereitet den Weg für eine durchgängig moderne Fertigungsumgebung. Teure Maschinenausfälle lassen sich vermeiden, indem geschäftskritische Komponenten proaktiv verwaltet werden. Hilfe erhalten Sie durch digitale Tools und Lösungen wie Mixed Reality, künstliche Intelligenz, IoT, Remote-Zustandsüberwachung und eine Lagerverwaltung in Echtzeit. Einige Anwendungsbeispiele:

Einen guten Überblick bietet dieses englischsprachige Kurzvideo, das die heute bereits verfügbaren Lösungen sowie ihre Einsatzmöglichkeiten und Vorteile anschaulich erklärt.

Smart Maintenance, powered by Dynamics 365

Wenn Sie Ihre digitale Transformation vorantreiben, um verschiedene Prozesse in Ihrer Fertigungsumgebung, bei Ihren Anlagen und entlang Ihrer Lieferkette zu digitalisieren, bietet Ihnen Dynamics 365 die Agilität und Skalierbarkeit einer echten cloudbasierten Lösung. Dynamics 365 Supply Chain Management ist nahtlos in weitere Dynamics 365-Anwendungen integriert und kann direkt mit bestehenden On-Premises-, Cloud-ERP- und Asset-Management-Lösungen verknüpft werden, zum Beispiel auch mit SAP-Bestandssystemen. Dank seiner modernen Architektur kann Dynamics 365 jedoch erheblich schneller bereitgestellt und vertikal auf branchenspezifische Anforderungen zugeschnitten werden. 

Planung von Wartungsaufträgen mit Dynamics 365 Supply Chain Management
Abb. 2: Planung von Wartungsaufträgen mit Dynamics 365 Supply Chain Management

Bei den Dynamics 365-Lösungen profitieren Sie zudem von einem einzigartigen Composable-Ansatz. So können Sie beispielsweise im Zuge der Digitalisierung Ihres Wartungsprogramms auch kognitive Technologien als Erweiterung für Ihre bestehende IT-Infrastruktur einsetzen und sich so von der klassischen, geplanten Wartung hin zu einem intelligenten Modell entwickeln. Und dank der Integration in Dynamics 365 Field Service und Remote Assist lässt sich sicherstellen, dass geografisch verteilte Assets rund um die Uhr betriebsbereit und verfügbar sind.

Mit Mixed Reality lässt sich die Leistung Ihrer Wartungsbeauftragten und Servicetechniker*innen steigern, und Sie können Schulungen beschleunigen und die Sicherheit und Compliance in Ihren Abläufen verbessern. Der Trend in der Branche ist eindeutig, denn einem Gartner-Bericht zufolge werden bis 2023 bereits 40 % der Organisationen eine Verschmelzung von virtuellen und physischen Umgebungen nutzen, um die Mitarbeiterproduktivität zu steigern und die Reichweite bei Kund*innen zu vergrößern.2

Smart Maintenance mit Dynamics 365
Abb. 3: Smart Maintenance mit Dynamics 365

Da Dynamics 365 für Sie alle Informationen zentral zusammenführt und beispielsweise in eingebetteten Power BI-Dashboards in Echtzeit verfügbar macht, können Sie bessere datenbasierte Entscheidungen treffen – ob für die Wartung Ihrer Anlagen, die Planung Ihrer Produktion oder die Gestaltung einer resilienteren Lieferkette.

Tipp: Erfahren Sie in unserem E-Book mehr über moderne Wartungsmodelle: Intelligente Wartung: Kosten senken, Qualität optimieren und Produktivität steigern. Darin finden Sie auch einen Fragenkatalog, anhand dessen Sie den Reifegrad Ihres eigenen Wartungsmodells überprüfen können. Laden Sie gleich Ihr Exemplar herunter – selbstverständlich kostenlos.

Zusätzlich empfehlen wir Ihnen dieses (englischsprachige) On-Demand-Webinar: Bessere Anlagenleistung für Geschäftskontinuität und Umsatzsteigerungen


Quellen:

  1. IDC FutureScape: Worldwide Manufacturing Predictions, # US45594819.
  2. Gartner®, Top 5 Strategic Technology Trends in Manufacturing Industries, Juni 2021.