Das Thema Umsatzrealisierung zählt für Führungskräfte im Finanzmanagement seit mehr als zehn Jahren zu den komplexesten Bereichen, die sie steuern und nachhaltig optimieren müssen. Zudem entscheiden sich mehr und mehr Unternehmen dafür, ihre Geschäftsmodelle auf abonnementbasierte Angebote umzustellen oder „Subscriptions“ zumindest als zusätzliche Abrechnungsoption für ihre Kundinnen und Kunden anzubieten. Denn: Der Verbraucherbedarf hat sich gewandelt, und viele Käufer*innen verlangen nach innovativen und komfortablen Produkten und Dienstleistungen mit flexiblen Zahlungsmodellen. Und dies ist auch für die Anbieter von Vorteil; schließlich sind damit neue und gut kalkulierbare Einnahmequellen verbunden.

Einer Untersuchung von McKinsey & Company zufolge hat heutzutage ein durchschnittlicher Verbraucher in den USA vier aktive Abonnements.1 Aus diesem Grund überrascht es kaum, dass für die Subscription-Economy sowohl im B2C- als auch im B2B-Markt ein rasantes Wachstum prognostiziert wird: Im Jahresvergleich wird das Marktvolumen um 18,5 Prozent zulegen – von 224 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf 275 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022.2

Unternehmen, die neue abonnementbasierte Angebote in ihr Portfolio integrieren, stehen allerdings vor der Herausforderung, dass ihre Abläufe rund um die Umsatzrealisierung dadurch noch komplizierter werden, und sie müssen passende Preis- und Abrechnungsszenarien in vorhandene Strukturen einbetten und skalierbar machen. Wir möchten Unternehmen dabei unterstützen, die zunehmenden individuellen Anforderungen bei abonnementbasierten Geschäftsmodellen zu erfüllen, und mit den neuen, jetzt kostenlos verfügbaren Subscription-Billing-Funktionen in Microsoft Dynamics 365 Finance bieten wir dafür eine praktische und nahtlos integrierte Lösung.

Ein neuer Ansatz für das Subscription-Billing

Bei der Umstellung auf neue abonnementbasierte Geschäftsmodelle liegt eine große Herausforderung häufig darin, die richtige Technologielösung einzuführen und die operativen Prozesse so anzupassen, dass sie die Komplexität von wiederkehrenden Umsätzen abbilden können. Beispielsweise zahlen Verbraucher*innen bei Product-as-a-Service-Angeboten lediglich für einen komfortablen Einzelposten, doch intern müssen die zugehörigen Verbindlichkeiten und die finanzielle Performance der Angebote transparent gesteuert werden können. Dies setzt meist voraus, dass die Unternehmen die Kundenzahlungen bei der Umsatzrealisierung jeweils anteilig mehreren Umsatzflüssen zuweisen, um beispielsweise eine getrennte Buchhaltung von Umsätzen aus verkaufter Hardware und den wiederkehrenden monatlichen Einnahmen aus damit verknüpften und längerfristigen Serviceverträgen zu ermöglichen.

Die Subscription-Billing-Funktionen wurden speziell für die Verwaltung sämtlicher Aspekte von wiederkehrenden Einnahmen entwickelt. Sie setzen sich aus drei zentralen Unterfunktionen zusammen: wiederkehrende Vertragsabrechnung, Umsatzzuweisung sowie Abgrenzung von Einnahmen und Ausgaben. Im Folgenden stellen wir diese Funktionen kurz vor und erläutern, wie sie Ihnen als Chief Financial Officer (CFOs) beziehungsweise Ihren Führungskräften in der Finanzabteilung bei den Aufgaben in der neuen Subscription-Economy helfen können.

Mehr über diese Funktionen erfahren Sie in der Produktdokumentation: Abonnementabrechnung – Übersicht – Dynamics 365 Finance

Wiederkehrende Vertragsabrechnung (Recurring Contracts)

Die Fähigkeit, die Einnahmen aus komplexen Abonnementangeboten und den entsprechenden Rahmenverträgen buchhalterisch korrekt zu erfassen, ist Grundvoraussetzung, um ein genaues Bild der wiederkehrenden Umsätze zu erhalten und die finanzielle Compliance sicherzustellen. Zugleich können Sie damit Ihren strategischen Entscheidern die nötigen Erkenntnisse und Einblicke liefern, damit diese das Wachstum weiter beschleunigen können.

Beim Subscription-Billing von Dynamics 365 Finance ist eine Funktion für die wiederkehrende Vertragsabrechnung enthalten, die Sie genau dabei unterstützt: Ihre Anwender*innen erhalten umfassende Kontrolle über Preis- und Fakturierungsparameter, Vertragsverlängerungen und eine konsolidierte Rechnungsstellung. Mit der wiederkehrenden Vertragsabrechnung können Sie auch spezifischere Fakturierungsanforderungen wie einmalige, meilensteinabhängige und nutzungsbasierte Zahlungen erfüllen und Strategien für Staffel- oder Pauschalpreise abbilden. Der Vorteil: Mit der wiederkehrenden Vertragsabrechnung können Sie den Quote-to-Cash-Prozess insgesamt beschleunigen. Auch das Anwendererlebnis wird verbessert, beispielsweise bei der Konsolidierung von Rechnungen je Kunde oder Artikel oder durch die Vereinfachung von Vertragsverlängerungen und -kündigungen.

Umsatzzuweisung (Revenue Allocation)

Wie bereits beschrieben, ist die Zuweisung der Umsätze zu mehreren Umsatzflüssen für Buchhaltungszwecke eine der Herausforderungen, die in der Subscription-Economy berücksichtigt werden müssen. Die Revenue-Allocation-Funktion in Dynamics 365 Finance bietet Ihnen die Möglichkeit, Zuweisungen zu automatisieren und die Compliance für die entsprechenden umsatzrelevanten Prozesse sicherzustellen, indem Preisgestaltung und Umsatzzuweisung über mehrere Posten hinweg unterstützt werden.

Hierbei ist insbesondere die integrierte Compliance-Unterstützung für den International Financial Reporting Standard (IFRS) 15 und die Accounting Standards Codification (ASC) 606 zu nennen, indem den jeweiligen Posten Standard- und eigenständige Verkaufspreise und -methoden zugewiesen werden. Auf diese Weise gewinnen Ihre Benutzer*innen mehr Flexibilität und Kontrolle, da sie die Umsatzzuweisung auf der Grundlage eigenständiger Preise vornehmen können.

Abgrenzung von Einnahmen und Ausgaben (Revenue and Expense Deferrals)

Eine weitere Komplexität im Subscription-Economy-Umfeld ergibt sich durch Compliance-Vorgaben für die Abgrenzung von Einnahmen und Ausgaben. Diese können sich aufgrund der großen Marktdynamik zudem immer wieder ändern. Aufgrund von kurzfristig neu ausgegebenen Vorgaben für die Umsatzrealisierung arbeiten viele Finanzteams als Übergangslösung häufig mit einer Vielzahl von Tabellenkalkulationen oder anderen manuellen Prozessen, um Formeln zu erstellen und Daten für das Reporting zu konsolidieren.

Mit der Funktion für die Abgrenzung von Einnahmen und Ausgaben in Dynamics 365 Finance können Sie diese Vorgänge jedoch einfach automatisieren und Änderungen bei Bedarf durch direkte Anpassungen abbilden. So werden „out of the box“ beispielsweise die US-amerikanischen GAAP-Standards (Generally Accepted Accounting Principles) unterstützt, und die Funktion bietet auch eine zuverlässige und unkomplizierte Möglichkeit, um Zeitpläne für zukünftige Periodenbuchungen einzurichten und Rechnungen zu konsolidieren.

Steigen Sie jetzt ein!

Mit diesem Beitrag haben wir die Entwicklung der Subscription-Economy und ihre einzigartigen Herausforderungen beleuchtet, mit denen Finanzteams bei der Umstellung auf neue abonnementbasierte Geschäftsmodelle konfrontiert sind. Mit den neuen Funktionen für die Abonnementabrechnung in Dynamics 365 Finance möchten wir Sie in diesem Umfeld umfassend unterstützen.

Das Subscription-Billing steht Nutzer*innen von Dynamics 365 Finance ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Dank einer neuen Lizenzvereinbarung mit Binary Stream Software umfasst das Subscription-Billing jetzt außerdem erweiterte Funktionen wie die Unterstützung für komplexe Abrechnungen, sowohl nutzungsbasierte als auch stufenabhängige Preismodelle sowie leistungsstarke Reporting-Funktionen für Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen.

Tipp: Im englischsprachigen Webinar How to thrive in a subscription economy von Andrea Ton, Product Marketing Managerin bei Microsoft, und Lak Chakal, CEO und President von Binary Stream Software, erfahren Sie mehr über diese Neuerungen.


Quellen:

  1. McKinsey & Company, 2021. Sign up now: Creating consumer – and business – value with subscriptions.
  2. Juniper Research, 2022. What Will the Subscription Economy Deliver in 2022?